Fachgebiet Informatik
Die Informatik ist auf das Engste mit dem Computer verknüpft. Der englischsprachige Begriff "Computer Science" bringt diese Beziehung genauer zum Ausdruck. Vereinfacht kann man sagen, dass sich ein Informatiker mit der Verarbeitung von Informationen mittels Computern befasst. So allgemein dies klingt, so zutreffend ist es: Duch die "Informatisierung" unserer Umwelt gibt es heute praktisch keinen technischen Gebrauchsgegenstand mehr, der ohne Informationsverarbeitung auskommt; ein Auto braucht heute zum Fahren Software genauso notwendig wie Treibstoff.
Kaum eine Wissenschaft hat derzeit ähnlich große Auswirkungen auf das tägliche Leben und den eigenen Arbeitsplatz wie die Informatik. Und diese Entwicklung ist noch lange nicht an ihrem Endpunkt – man denke nur an die weltweite Vernetzung der Computer über das World Wide Web. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Informatik, begründet unter anderem durch die Arbeiten des deutschen Ingenieurs Konrad Zuse, vor gerade mal knapp siebzig Jahren das "Laufen" lernte. Natürlich hat die Informatik mit der Mathematik eine jahrtausendealte Vorgeschichte – ohne die Mathematik, welche Lösungsmodelle und Algorithmen beschreibt, geht es auch heute in der Informatik nicht.
Ein Informatiker muss sich mit Struktur, Arbeitsweise und Anwendung von Computern auskennen. Computer sind Werkzeuge, die den Menschen bei mannigfaltigen Aufgaben unterstützen können. Dies wird dadurch erreicht, dass für spezielle Aufgaben jeweils spezielle Programme (Software) zu entwickeln sind, die auf Computern (Hardware) ablaufen. Der Informatiker muss also in der Lage sein, die Bedürfnisse einzelner Anwender bzw. Anwendergruppen herauszufinden und Programme zu entwerfen und zu realisieren, die diesen Bedürfnissen entsprechen.
Der englische Ausdruck für den Prozess der Programmerstellung, Software-Engineering, trifft sehr gut das, was an der Fachhochschule im Informatikstudium vermittelt werden soll: die ingenieursmäßige Erstellung von Software. Dies beinhaltet die Vermittlung von theoretischen Grundlagen der Informatik und die Vorstellung von Methoden und Werkzeugen zur Programmentwicklung sowie von speziellen Anwendungen.
Der Informatiker erbringt in seinem späteren Beruf eine Dienstleistung. Diese ist so zu gestalten, dass der Mensch als Auftraggeber oder Nutzer sich nicht nach den Anforderungen des Computers richten muss, sondern der Computer (also das auf ihm ablaufende Programm) nach den Bedürfnissen des Menschen.
Bei der Allgemeinen Informatik wird kein bestimmtes Ziel für mögliche Anwendungen bevorzugt, wie es z. B. in der Betriebsinformatik, der Technischen Informatik, der Wirtschaftsinformatik oder der Medieninformatik der Fall ist. Wer eine Ausbildung zum Diplom-Informatiker anstrebt, sollte Freude haben am Umgang mit Menschen, keine Abneigung gegen abstrakte und theoretische Modelle und Beschreibungen hegen, sich vor neuen und wechselnden Herausforderungen nicht scheuen und sich zutrauen, komplexe Problemstellungen anzugehen sowie sich auch in neue Sachgebiete schnell einarbeiten zu können.

